Eine Fantasie: Glücksritterin

Ich bin in Kuba, zusammen mit einer Freundin. Wir haben ein Auto gemietet und erkunden Land und Leute. Wir fahren mit einem grünen Oldtimer über schottrige Pisten und durch geschichtsträchtige Städte. Lassen uns von der knisternden Atmosphäre, der Lebensfreude und den Klängen der Insel berauschen.

Auf unserem Weg wird unerwartet eine Tabakplantage ausgewiesen. Spontan beschließen wir dem 
Schild zu folgen. Vor uns liegen unendlich wirkende Felder, die einen würzigen Geruch verbreiten. 
Die Besitzer begrüßen uns neugierig und schlagen uns einen Ritt über die Felder vor. Es ist brüllend heiß und ich schiebe meinen Fuß ungelenk in den Steigbügel des Sattels. Mein Pferd ist braun mit schwarz glänzender Mähne. Ich schwinge mein Bein über den Rücken und greife nach den Zügeln. Hinter mir vollzieht meine Freundin den selben Vorgang und unsere drei Führer lachen herzlich über unsere Ungeschicktheit. Gemeinsam reiten wir in gemächlichem Schritt los. Einer der Reiter reicht mir nach wenigen Minuten eine Zigarre. Ich ziehe zaghaft und prompt kitzelt meinen Gaumen als der Rauch in meinen Mund strömt. 


Ich fühle mich lebendig und werde übermütig. Drücke mit meinen Schenkeln sanft gegen den warmen Bauch meines Gefährten. Er wird schneller und die warme Luft schlägt mir ins Gesicht. Meine Haare wehen nach hinten und ich greife mit der linken Hand an die Krempe meines Strohhutes, den ich wenige Tage zuvor auf einem Markt erstanden habe. Mein Herz pocht und das Blut jagt durch meine Adern. Ich fange an wild und aus vollem Herzen an zu lachen. Der Führer unserer kleinen Gruppe reitet wieder vor mich, bremst mich aus. Meine Freundin holt eilig ihre Einwegkamera aus der Tasche. 


Auf dem Foto wird eine Frau zu sehen sein. Sie trägt ein rotes Sommerkleid und einen Strohhut auf dem Kopf. Sie lacht aus vollem Halse, die eine Hand am Zügel, die andere an ihrer Zigarre.

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