Worte

Das Johannesevangelium beginnt mit dem Satz „Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“  
Gott war das Wort. Eine fundamentale Wahrheit, simpler Dogmatik. 
Worte sind das mächtigste Instrument, dessen wir uns ohne viel Aufhebendes bedienen können. Eine Waffe, mit der wir geboren werden. 
Mit Worten kann man erreichen, was man möchte - stärken und verunsichern, trösten 
und verletzten.  
Worte können schmeicheln, berühren und liebkosen. Sie können schlagen, treffen und vernichten. Oft ist es nur eine minimale, kaum zu greifende Nuance in der Intonation, die den Worten die entsprechende Wendung gibt. Sind Worte erst gesagt, lassen sie sich nicht mehr zurück nehmen. Dann heißt es betteln, bitten, flehen und erklären. Tausende weitere aneinandergereihter Buchstaben sind nötig, um ein einziges Wort zu relativieren. Gut platzierten Worten müssen keinen tatsächlichen Handlungen folgen. Menschen, die rhetorisch bewandert sind, auf ein breites Repertoire an Termini 
zurückgreifen können und im richtigen Moment wissen, wie sie ihre Körpersprache mit dem gesagten in Einklang bringen sind Künstler. Mehr. 
Sie sind Meister der Manipulation. 



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